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Ein Border Collie ist ein Arbeitshund und muss daher ausreichend Bewegung haben und auch geistig gefordert werden. Auch wenn der Hund von Elterntieren abstammt, die nicht an Vieh arbeiten, hat der Border Collie immer noch seinen Hütetrieb. Dieser ist jedoch von Hund zu Hund unterschiedlich deutlich ausgeprägt. Auch Sirius und Cho haben unterschiedlich viel Hütetrieb.

Während Sirius im Alltag keinerlei Hüteverhalten zeigt, hat Cho eine ganze Portion mehr Hütetrieb. Diese wird zum Teil bereits im normalen Alltag erkennbar. Vor allem im Spiel mit anderen Hunden kann man bei ihr zwischenzeitlich Sequenzen des Hüteverhaltens sehen.

Aber an dieser Stelle möchte ich gerne aufzeigen, wie man einen Border Collie "vernünftig" auslasten kann. Vernünftig steht an dieser Stelle absichtlich in Anführungszeichen, da jeder seine eigene Ansicht hat wie ein Border Collie ausgelastet werden sollte. Und auch ich erachte nicht alle aufgeführten Methoden als sinnvoll.
Ich beschäftige meine Hunde mit einer Mischung aus Hütearbeit sowie Clickern und gelegentlichem Frisbee spielen, Suchspielen und Unterordnungsübungen auf unseren Spaziergängen.


 
An erster Stelle ist natürlich das Hüten und (Nach-) Treiben von Vieh zu erwähnen. Border Collies sind Jahrzehnte lang für die Arbeit an Schafen gezüchtet worden und aufgrund ihrer Arbeitsqualität selektiert worden. Hier liegt ihre eigentliche Aufgabe, das Zusammentreiben, Nachtreiben und Selektieren von Schafen. Aber auch an Rindern oder Geflügel können Border Collies arbeiten.
Border Collies werden meist zur täglichen Arbeit am Vieh eingesetzt. Jedoch gibt es auch die Möglichkeit das Können des eigenen Hundes auf Wettkämpfen (sog. Trials) zu prüfen.


Je nach Können und Ausblildungsstand des Hundes wird das Trial in drei verschiedene Klassen gegliedert:

Klasse 1: Anfänger
Klasse 2: Fortgeschrittene
Klasse 3: Offene Klasse


Folgende Aufgaben sind von Hund und Handler zu bewältigen:

Der Outrun 

 das  Hinauslaufen zum Einholen der Schafe
Der Lift  das Aufnehmen und ln-Bewegung-Setzen der Schafe
Der Fetch  das Holen der Schafe
Der Drive  das Treiben
Der Shed   das Trennen der Schafe in 2 Gruppen
Der Pen  das Einpferchen
Das Single  das Abtrennen eines einzelnen Schafes



 


Aufgrund ihres angeborenen Will to please (dem Gefallen wollen) brillieren Border Collies auch in sämtlichen Hundesportarten. Wie sinnvoll die einzelnen Sportarten sind, muss jeder selber wissen und hier gehen die Meinungen oftmals auseinander. Soweit es mir möglich ist, werde ich hier die einzelnen Sportarten kurz zusammenfassen. Da ich bislang noch nicht jede Sportart betrieben haben, bin ich natürlich für Tipps oder Verbesserungen jeder Zeit offen und dankbar.



 
Das deutsche Wort für Obedience ist Gehorsam. Bei dieser Sportart wird viel Wert auf Genauigkeit und die saubere Ausführung von "Befehlen" des Hundes gelegt. Wichtige Elemente des Obedience sind unter anderem das "Fußlaufen", bei dem der Hund förmlich am Bein des Hundeführers "klebt", egal ob in der Vorwärtsbewegung, Winkeln, Wendungen oder auch Rück- und Seitwärts, dies alles auch in unterschiedlichem Tempo. Dem Verhalten in der Gruppe (vor allem in den unteren Klassen), die Platzablage, dem Apport von Hanteln (Holz in den unteren Klassen und später Metall in höheren Klassen) mit oder auch ohne Hürde, Richtungsapport bei dem der Hund eine von mehreren ausgelegten Hanteln aufgrund des Richtungskommandos bringen muss. Das Schicken des Hundes zu unterschiedlichen Positionen (Box oder auch Pylonen). Auch die Distanzkontrolle und die Geruchsunterscheidung von ausgelegten Hölzern gehören dazu.
Während der Prüfung wird der Hundeführer von seinem Steward begleitet. Er gibt dem Hundeführer die Kommandos, die vom Hundeführer umgesetzt werden müssen. Als Beispiel eine bevorstehende Wendung nach links, rechts, schnelles Tempo oder doch langsam.
Der Richter vergibt für jedes Element (Apport, schicken in die Box...) Punkte.
Um an Wettkämpfen teilnehmen zu können, benötigt man die Begleithundeprüfung und eine Leistungskarte des VDH. Um auf Meisterschaften teilnehmen zu dürfen benötigt der Hund außerdem vom FCI anerkannte Papiere.
Beim Obedience wird der Hund vor allem geistig gefordert da er während der gesamten Prüfung sehr aufmerksam sein muss.

 

 
Beim Agility handelt es sich bildlich ausgedrückt um einen Hindernislauf für Hunde. Es gibt verschiedene Geräte über oder durch die der Hund im möglichst schnellem Tempo, am besten fehlerfrei, von seinem Hundeführer geführt werden muss. Es gibt zwei verschiedene Arten von Geräten. Geräte ohne Kontaktzone sind: Hürden, Weitsprung, Slalom, Tunnel, Sacktunnel und Reifen.
Geräte mit Kontaktzone sind: Wippe, Steg und A-Wand.
Zudem gibt es noch den Tisch, auf den der Hund springen muss und dort warten sollte bis der Hundeführer ein weiteres Kommando gibt. Der Tisch ist somit ein Gerät auf dem Ruhe herrscht.
Kontaktzone bedeutet, dass am Anfang und am Ende des Geräts ein farblich gekennzeichneter Bereich ist, den der Hund mit mindestens einer Pfote berühren muss.
Der Hundeführer "dirigiert" seinen Hund nur anhand von Kommandos und Körpersprache. Jegliche Art von Hilfsmitteln sind verboten. Damit zwischen unterschiedlich großen Hunden keinerlei Nachteile entstehen, werden die Hunde aufgrund ihrer Widerrissthöhe in unterschiedliche Größenklassen eingeteilt (Smal, Medium und Large). Beim Agility gibt es drei verschiedene Leistungsklassen von A1 bis A3. Aufsteigen in die nächst höhere Leistungsklasse kann/muss man wenn man 3 Mal unter den ersten Drei platzierten war.
Der Lauf wird von einem anerkannten Richter kontrolliert, der Abwürfe und Verweigerungen notiert und gegebenenfalls auch disqualifiziert. Auch für das Agilliy braucht man eine Begleithundeprüfung und eine Leistungskarte. Genau wie beim Obedience, dürfen nur Hunde mit FCI anerkannten Papieren auf hohen Meisterschaften starten.
Beim Agility wird sowohl der Bewegungsdrang der Border Collies als auch das Köpfchen gefordert. Da der Hund sehr auf Körpersprache und Kommandos des Menschen achten muss.

 

 
Das Prinzip scheint einfach - der Mensch wirft und der Hund fängt die Scheibe. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Je nach Reglement wollen die Richter, in der Regel vier (einer der den Hund richtet, einer der das Team richtet, einer der den Menschen richtet - meist auch der Headjudge und einer der die Catchratio - Verhältnis von gefangenen Scheiben zu geworfenen Scheiben - richtet) unterschiedliche Elemente in der Kür sehen. Einige legen besonderen Wert auf den Showmanship andere wollen gewisse Elemente wie ein Around the World oder verschiedene Vaults = Körperabspünge sehen. Um den Hund nicht zu gefährden sollte der Mensch viel Wert auf Wurftraining legen.
Während eines Turniers spielt jedes Mensch-Hund-Team zwei Mal seine Kür, die er je nach Können anspruchsvoll oder besonders ästhetisch gestaltet und einmal die Minidistance.Bei der Minidistance geht es um das Weitwerfen auf einem Feld bis zu 50 Metern. Je weiter desto mehr Punkte gibt es. Je nach Reglement hat man zwischen einer und eineinhalb Minuten Zeit möglichst viele Punkte zu erspielen. Hierbei zählen nur Scheiben die vom Hund gefangen werden, bevor sie den Boden berührt. Der Hund muss die Scheibe zum Menschen apportieren, denn es wird nur mit einer Scheibe gespielt.
Während der Kür zeigt der Spieler bestenfalls möglich viele verschiedene Würfe, die je nach Ausführung, unterschiedliche Schweregrate haben.
Zudem können Körperabsprünge = Vaults, Körperübersprünge = Over und verschiedenen Teammovements = gleichzeitiges Drehen von Mensch und Hund, Slalom durch die Beine vom Menschen etc. gezeigt werden. Eine Kür dauert je nach Reglement zwischen eineinhalb und zwei Minuten. Der Spieler darf, ebenfalls reglementabhängig, entweder fünf, sieben oder zehn Scheiben verwenden. Auch im Discdogging gibt es unterschiedliche Startklassen nach UFO und Skyhoundz gibt es die Starter/Novice und die Open. Nach USDDN gibt es die Starter, Advance und Profis. Zudem gibt es nach Skyhoundz und USDDN noch eine eigene Klasse für kleine Hunde bis etwa 40 cm.
Eine geregelte Aufstiegsregelung gibt es nicht. Das Team kann aufsteigen wenn es meint es ist soweit oder auch nachdem es ihnen von anderen Spielern oder Richtern angeraten wurde :-)
Discdogging ist für jeden gesunden und beutemotivierten Hund geeignet. Bevor man mit dem Training beginnt sollte man den Hund einem Tierarzt vorstellen, der einmal gründlich den Bewegungsapparat durchcheckt. Auch auf eine Untersuchung auf HD und ED sollte nicht verzichtet werden. Langsamer Muskelaufbau und ausreichendes Aufwärmen sollten selbstverständlich sein.
Im Gegensatz zu Agility und Obedience ist zum Start auf Turnieren keine Begleithundeprüfung und auch keine Leistungskarte erforderlich. Auch Europa- oder Weltmeisterschaften können von jedem qualifizierten Team bestritten werden. Auch von Mischlingshunden und Hunden ohne Papieren.
Auch beim Discdogging wird sowohl der Bewegungsdrang der Border Collies als auch das Köpfchen gefordert. Denn das richtige "lesen" der Scheiben, sprich die Flugbahn einzuschätzen, und die verschiedenen Kommandos, die während der Kür vom Hund gefordert werden, bedeuten ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration.



 
Dogdance ist wie das Wort es schon beschreibt, der "Tanz" mit dem Hund. Ursprünglich kommt es jedoch vom Obedience, in dem das reine Fußlaufen durch Musik aufgepeppt wurde (daher auch der Name Heelwork to Music = Fußarbeit zur Musik). Passend zur Kür wird Musik gespielt. Während der Kür werden einzelne Tricks und Kunststückchen vom Hund gezeigt. Hierbei gibt es keine Pflichtelemente außer, dass das aufmerksame Fußlaufen zwischenzeitlich nicht fehlen sollte. Je nach Veranlagung des Hundes kann das gezeigt werden, was er besonders mag oder eben besonders gut kann. Der Kreativität von Mensch und Hund ist hierbei keinerlei Grenze gesetzt, außer dass es den Hund nicht gefährden oder schaden sollte.
Die Kür kann langsam, schnell oder auch lustig sein. Je nach dem kann der Mensch auch passende Kleidung tragen. Nach und nach werden einzelne Elemente mit Tricks und Abfolgen aneinander gesetzt bis sie eine ganze Kür ergeben.
Bislang sind auch beim Dogdance keinerlei Prüfungen oder Leistungskarten erforderlich. In einigen Ländern werden jedoch bereits feste Richtlinien und Pflichtelemente vorausgesetzt.
Beim Dogdance wird der Hund vor allem geistig gefordert da er während der gesamten Kür sehr aufmerksam sein muss.



 

THS wurde früher auch Breitensport genannt. Die wohl häufigste Variante des THS ist der Vierkampf und der Geländelauf.
Der Vierkampf besteht wie der Name schon sagt, aus vier Disziplinen, die Mensch und Hund zusammen bestreiten.
Als erstes Pflichtelement haben wir den Gehorsam bei dem einige Übungen der Begleithundprüfung gezeigt werden müssen, wie z.B. Leinenführigkeit bzw. Freifolge, Sitz und Platz aus der Bewegung und in der höheren Leistungsklasse auch das Steh aus der Bewegung.
Die nächste Disziplin ist der Hürdenlauf, bei dem der Hund über insgesamt 6 Hindernisse (in der unteren Klasse) bzw. Mensch und Hund über sechs Hindernisse (in der höheren Klasse) zusammen springen müssen. Auf dem Hinweg werden drei Hürden übersprungen, nach 40 Metern kommt ein Wendepunkt und dann muss die gleiche Stecke noch einmal zurückgelaufen werden.
Die dritte Disziplin, ist der gemeinsame Slalom von Mensch und Hund, bei dem insgesamt 7 Stangentore auf 75 Metern im Zick-Zackkurs durchlaufen werden müssen.
Als letzte Disziplin folgt der Hindernislauf, der aus folgenden acht verschiedenen Hindernissen besteht: zwei Durchgänge Einzelne Hindernisse: Hürde, Treppe oder Schrägwand, Tunnel, Laufdiele, Tonne, Reifen, Hoch-Weitsprung und Hürde.
Zudem gibt es den Geländelauf, der sich über 2000 bzw. 5000 Metern erstreckt. Der Hund wird hierbei an einem Geschirr geführt. Der Mensch muss einen Bauchgurt tragen. Mensch und Hund sind durch eine Leine verbunden, die einen Panikhaken hat. Der Hund darf den Menschen gerne während des Laufes ziehen und somit die Schrittlänge des Menschen vergrößern.
Beim THS wird der Hund körperlich und geistig gleichermaßen gefordert.


 
Als Trickdogging bezeichnet man das Erlernen von verschiedenen Kunststücken oder hier eben Tricks genannt. Der Kreativität von Hund und Halter ist hierbei keinerlei Grenze gesetzt. Natürlich sollte der Hund nicht gefährdet werden, damit er sich nicht verletzt.
Trainiert wird hier über Belohnung. Macht der Hund etwas richtig, bekommt er ein Leckerchen oder ein kurzes Spiel, je nach dem was der Hund lieber mag. Es kann ohne oder auch mit dem Clicker gearbeitet werden. Dieser eignet sich besonders, wenn der Hund etwas Neues "anbieten" soll oder wenn man einen Trick aus etwas Bestehendem heraus "formen" möchte, wie z.B. aus dem Betteln das Winken.
Jeder Hund kann Tricks lernen. Am besten beginnt man mit leichtern Tricks wie dem "Pfötchen geben" oder "Verbeugen" und steigert sich immer weiter, bis hin zu Tricks wie eigenständigem Zudecken des Hundes, Seilchenspringen oder Einkaufswagen schieben. Gegenstände oder das Arbeiten mit Fremdpersonen (diese anspringen oder den Kopf in den Schoß legen) dürfen gerne verwendet werden.
Trickdogging fördert den Hund hauptsächlich geistig, da er gerade wenn mit dem Clicker gearbeitet wird, viele Dinge anbietet um an seine Belohnung zu kommen. Es ist besonders gut für Hunde geeignet, die noch im Wachstum sind.
Hier sollte jedoch Wert darauf gelegt werden, dass die ausgeführten Tricks nicht so stark die Knochen und Gelenke beanspruchen. Auf Tricks wie Seilchenspringen sollte also verzichtet werden.Aber auch Hunde die verletzungsbedingt nicht viel laufen dürfen können über das Erlernen von Tricks ausgelastet werden.

 

 
VPG (Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde) ist der neue Begriff für den früheren Schutzhundesport. Sie ist in drei Abteilungen aufgeteilt:
Abteilung A = Fährte,
Abteilung B = Unterordnung und
Abteilung C = der Schutzdienst.
Wie beim Obedience oder auch Agility gibt es verschiedene Leistungsklassen von VPG-1 bis VPG-3. Abteilung A (Fährtenarbeit) ist der einzige Part, der nicht auf einem Hundeplatz trainiert werden kann, sondern nur im "Gelände". Hierbei lernt der Hund eine von seinem Hundeführer oder einer Fremdperson gelegte Fährte zu verfolgen und erhält im Anschluss daran eine Belohnung (z.B. ein Leckerchen). Das Fährtentraining kann bereits im Welpenalter begonnen werden. Nach und nach wird der Zeitabstand zwischen legen der Fährte und deren Verfolgung immer größer. In der höchsten Leistungsklasse liegt zwischen dem Auslegen und der Verfolgung eine Stunde. Zudem erlernt der Hund ausgelegte Gegenstände anzuzeigen.
Je höher die Leistungsklasse ist, desto höher ist auch die Liegezeit der Fährte, zudem wird auch noch einmal unterschieden zwischen dem Auslegen durch den Hundeführer bzw. durch eine Fremdperson und der Anzahl der ausgelegten Gegenstände.
Abteilung B (Unterordnung) ist die Grundlage jeder Hundeausbildung. Die Unterordnung in der Leistungsklasse 1 umfasst die Freifolge, Schussgleichgültigkeit, Sitzübung, Platz mit Abrufen, Bringen auf ebener Erde, über die 1-Meter-Hürde und über die Schrägwand, das Voraussenden des Hundes und Ablegen unter Ablenkung. In der zweiten Leistungsklasse kommt außerdem das Stehen aus dem Normalschritt hinzu und in der höchsten Leistungsklasse zusätzlich das Platz und Steh aus dem Laufschritt mit Abrufen dazu.
Abteilung C (Schutzdienst) der Begriff Schutzdienst mag irreführend sein, da er aus der ursprünglichen Diensthundeausbildung kommt, die die Grundlage für den VPG-Sport bildet. Die Sporthunde werden nicht „scharf“ gemacht um Menschen zu beißen sondern hauptsächlich wird ihr Beutetrieb angesprochen. Hierbei wird der Jutearm des Schutzdiensthelfers als die Beute betrachten. Sollte der Helfer diesen Jutearm nicht tragen wird der Helfer vom Hund auch als völlig neutrale Person betrachtet. Prüfungselemente im Schutzdienst sind unter anderem das Streifelaufen nach einem Scheintäter, wobei der Hund um Verstecke geschickt wird, um den Helfer zu finden. Anschließend folgt das Stellen und Verbellen, bei dem der Hund den gefundenen Helfer verbellt bis sein Hundeführer hinzukommt. Ein weiterer Prüfungspunkt ist die Vereitlung einer Flucht bei der der Hund den Helfer bewachen muss und diesen selbstständig an einer Flucht hindern muss. Letztes Prüfungselement ist die sogenannte Mutprobe, bei der der Hund seinen Hundführer vor einem Angriff durch den Helfer durch den Biss in den Jutearm schützen muss.
Genau wie beim Obedience und Agility ist eine bestandene Begleithundeprüfung Voraussetzung um überhaupt eine VPG-Prüfung laufen zu dürfen.



 
Flyball kann man sich bildlich als eine Mischung von Hürden- und Staffellauf vorstellen. Flyball ist eine Mannschaftssportart die aus vier bis sechs Hunden, deren Hundeführern, einem Boxloader (Person, die die Flyballbox mit Bällen füllt), einem Mannschaftskapitän, einem Trainer und einem Balljungen bzw. -mädchen besteht.
Beim Flyball wird der Hund über vier Hürden zur Flyballbox geschickt, wo der Hund den Ball aufnimmt und zurück über die Hürden läuft. Der zweite Hund darf die erste Hürde überqueren sobald der vorige Hund diese übersprungen hat. Ein Lauf dauert so lange bis alle Hunde die Hürden fehlerfrei durchlaufen haben. Früher musste die Flyballbox durch das Drücken einer Taste mittels der Forderläufe betätigt werden. Daraufhin wurde der Ball bis zu drei Metern in die Luft geschleudert. Hierher stammt auch der Name dieser Sportart.
Mittlerweile wird eine andere Art der Box verwendet. In der Box befinden sich zwei Löcher, in die der Boxloader den Ball legt. Je nachdem ob der Hund sich bei der Wendung eher nach rechts oder links wegdreht, wird die Box beladen. Also entweder auf der linken oder rechten Seite der Box. Die Hürdenhöhe ist immer am kleinsten startenden Hund ausgerichtet damit dieser keinerlei Nachteile dadurch hat. Aus diesem Grund können auch alle Rassen und deren Mischlinge Flyball betreiben.
Auf Wettkämpfen laufen zwei Teams gegeneinander. Das Team, bei dem alle Hunde schneller und fehlerfrei die Hürden übersprungen haben, gewinnt.

 

 

Longieren ist eine Sportart die den meisten Menschen wohl aus dem Pferdesport bekannt ist. Das Pferd wird an einer langen Leine, der Longe um einen Zirkel geführt in unterschiedlichen Gangarten oder auch Richtungen. Ähnlich funktioniert das Longieren mit dem Hund. An einem abgesteckten Zirkel wird zuerst mit einer Schleppleine gearbeitet, Ziel ist es den Hund aber freilaufend dirigieren zu können.
Hierbei wird vor allem Körpersprache und Kommunikation zwischen Mensch und Hund trainiert, denn Ziel ist es den Hund lediglich mit der eigenen Körpersprache in seinen verschiedenen Gangarten und Positionen zu beeinflussen. Außerdem lockern Richtungswechsel und Kehrtwenden, unterschiedliche Gegenstände wie z.B. Hürden oder Tunnel das Training auf. Auch ist es möglich mit zwei oder drei Hunden gleichzeitig zu longieren. Beim Longieren sollte der Hund niemals in den Zirkel treten. Sollte dies doch einmal geschehen wird der wieder rausgeschickt. Longieren ist eine noch recht unbekannte Sportart die in immer mehr Hundeschulen und Vereinen angeboten wird um Körpersprache und Kommunikation zwischen Mensch und Hund zu trainieren. Beim Longieren wird der Hund geistig wie auch körperlich ausgelastet.

 

 

Dog-Diving ist eine Hundesportart, die aus den USA stammt und im Wesentlichen daraus besteht, dass der Hund von einem Steg möglichst weit ins Wasser springt. Primär wird Dog-Diving im Sommer bei Veranstaltungen ausgetragen und ist eine sportliche Herausforderung und gleichzeitig eine willkommene Abkühlung. Viele Hunde haben jedoch ihre Probleme beim Springen in das Klare Wasser auch wenn sie sonst am heimischen See sehr gerne in das Wasser springen.
Dog-Diving ist mehr eine Fun-Sportart bei dem der Hund körperlich ausgelastet wird.

 

 

Für Treibball benötigt man acht handelsüblichen Gymnastikbälle und ein großes Tor (Handballtor). Die Gymnastikbälle liegen in einer Entfernung von mind. 15- 20 Metern im Dreieck angeordnet vor dem Tor.
Der Hund soll nun alle acht Bälle nacheinander mit Schnauzen- und/oder Körpereinsatz ins Tor treiben. Der Hundeführer darf ihm dabei Hilfestellungen geben über akustische Signale oder Handbewegungen. Der Hundeführer darf sich jedoch nur seitlich von einem der Torpfosten aufhalten und sich nur in einem Radius bewegen in dem es ihm immer noch möglich ist den Torpfosten mit der Hand zu berühren. Ziel ist es alle Bälle ins Tor zu treiben.
Beim Treibball soll der Hund körperlich und geistig ausgelastet werden. 



 

Da ich nicht genau weiß wie schwierig, kompliziert und zeitaufwendig die Ausbildung unten genannter Hunde ist, möchte ich auch hier nicht weiter ins Detail gehen. Erwähnen möchte ich sie jedoch schon, da sie wirklich harte und anstrengende Arbeit verrichten die den Hunden einiges abverlangt. Ich habe sie einmal (für mich logisch) unterteilt.


 
Die Hunde werden hier eingesetzt, um verschwundene oder verschüttete Menschen wieder zu finden. Sie
nehmen die Fährte dieser Person auf, um sie aus ihrer Gefahrensituation zu befreien. Unter Lawinenhunden und
Rettungshunden kann sich glaube ich jeder etwas vorstellen. Lawinenhunde retten Menschen die im Schnee
verschüttet wurden, Rettungshunde retten Menschen, die zum Beispiel in Trümmern eines Hauses verschüttet
wurden. Hunde in der Rettungshundestaffel werden in der Flächen- und Trümmersuche ausgebildet. Als
Mantrailer bezeichnet man Hunde, die Menschen aufgrund ihrer Fährte wiederfinden. Die Polizei verwendet
Hunde die im Mantrailing ausgebildet wurden, um eine Person die "spurlos" verschwunden ist, zu finden.



 

Behindertenbegleithunde werden ausgebildet, um behinderten Menschen das Leben einfacher zu gestallten. Einen Blindenhund kennt jeder. Therapiehunde werden verwendet um, wie es das Wort schon sagt, Menschen zu therapieren, als Beispiel auhtistische Menschen die, ähnlich wie beim Schwimmen mit Delfinen, durch das Berühren und Streicheln des Fells stimuliert werden. Dadurch können nachhaltige Erfolge in der Therapie erzielt werden. Diese Hunde werden oftmals auch eingesetzt, um alten Menschen im Altersheim ein wenig Lebensfreude zurück zu geben. Diese Hunde müssen sich oftmals lange still verhalten und sich nur sehr vorsichtig bewegen. Diese Art der Arbeit verlangt den Hunden einiges ab, wodurch die Hunde zwischenzeitlich immer Pausen brauchen, um sich selber von ihrer Arbeit erholen zu können.

   


auch beim Border Collie kommen Krankheiten vor. Manche werden vererbt und man kann durch züchterische Maßnahmen diese Krankheiten eingrenzen oder bestenfalls verhindern. Andere können auch durch äußere Einflüsse auftreten.

Zu den Krankheiten die vererbt werden zählen:


MDR1-Defekt

Der MDR1-Defekt ist ein Defekt im MDR1-Gen. Dadurch kommt es zu einer mangelhaften oder fehlenden Syntehese eines bestimmten Proteins, welches ein wichter Bestandteil der Blut-Hirn-Schranke ist, was zu einer Überempfindlichkeit gegenüber manche Arzneimittel führt.
Besonders bekannt wurde dabei die Ivermectin-Überempfindlichkeit der Collies. Bei der Gabe von Ivermectin oder verschiedenen anderen Arzneimitteln kann es bei betroffenen Hunden zu neurotoxischen Symptomen, wie Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Zittern, Benommenheit, Erbrechen, Desorientiertheit und vermehrtem Speichelfluss kommen, höhere Dosen können auch zu komatösen Zuständen und sogar zum Tod des Tieres führen.
Der Defekt im MDR1-Gen führt zu einer mangelhaften oder fehlenden Synthese des P-Glycoproteins. Dieses Eiweiß spielt eine Rolle bei Transportvorgängen zwischen Blut und Gewebe und ist im Gehirn, in Leber, Nieren, Darm, Plazenta und Hoden zu finden. Bei nicht vom Defekt betroffenen Tieren dient dieses Protein u. a. dazu, körperfremde Stoffe wie Arzneimittel aus dem Körper heraus zu transportieren. Es besteht also eine Art Resistenz gegenüber unerwünschten Nebenwirkungen – die sogenannte Multiple Drug Resistance.
Bekannt sind bisher die Auswirkungen auf die Blut-Hirn-Schranke. Bei dieser Grenze zwischen den Hirnblutgefäßen und dem Hirnnervengewebe stellt ein sogenannter MDR1-Transporter eine Schutzbarriere für das Gehirn dar. Er sorgt dafür, dass toxische Verbindungen und Arzneistoffe in den Gehirnkapillaren zurückgehalten werden und nicht in das Gehirn eindringen können.
Besteht nun bei einem Hund der MDR1-Defekt, fehlt der Transporter und der Schutz funktioniert nicht mehr. Bei betroffenen Tieren können daher nach der Verabreichung von bestimmten Antiparasitika, Zytostatika, Durchfallmittel oder Antibiotika starke neurotoxische Nebenwirkungen auftreten − bis zum Tod.
Mögliche Folge dieses Gendefektes ist die Überempfindlichkeit des Hundes gegenüber bestimmten Arzneistoffen. Da die Gabe einiger dieser Mittel bei betroffenen Hunden allerdings zum Tode führen kann, wird ein Gentest aller Hunde betroffener Rassen empfohlen.
Ist der Hund vom Defekt betroffen, hat der Hundehalter einige Dinge zu beachten. So dürfen beispielsweise bestimmte Wurmkuren und Flohschutzmittel nicht mehr verabreicht werden. Auch bei Durchfall oder Herzerkrankungen eingesetzte Medikamente können weitreichende unerwünschte Nebenwirkungen haben. Bekannt ist eine Überempfindlichkeit z. B. für die Wirkstoffe Ivermectin, Doramectin, Moxidectin (nur bei oraler Anwendung) und Loperamid. Milbemycinoxim und Emodepsid dürfen nur unter exakter Dosierung eingesetzt werden. Viele weitere Wirkstoffe stehen aber in dem Verdacht, unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen zu können. Generell sollte daher der behandelnde Tierarzt über den Defekt informiert werden. Der Hund selber gilt als Risikopatient.

Für den Border Collie gibt es einen Gentest um feststellen zu können ob der Hund frei, Träger des Defekts oder betroffen ist. Im allgemeinen kann man sagen das dieser Defekt eher selten beim Border Collie ist 99,1% alle getesteten Border Collies sind frei ausgewertet, 0,6% tragen den Defekt und 0,3% sind erkrankt an MDR 1.

Collie Eye Anomaly (CEA)

Die Collie Eye Anomaly (CEA) ist eine Erbkrankheit verschiedener Hunderassen aus der Familie der Collies und der mit ihnen verwandten Rassen. Die Krankheit betrifft den Augenhintergrund und führt zu einer angeborenen Beeinträchtigung der Sehkraft bis hin zur Erblindung.
Die Collie Eye Anomaly beruht auf einer genetisch bedingten Fehlbildung der Aderhaut und Netzhaut während der Embryonalentwicklung. Dadurch kommt es zu Störungen in der Entwicklung der Blutgefäße, die zu Blutungen ins Auge führen können. Auch eine Netzhautablösung ist möglich. Je nach Schweregrad der Veränderungen kann die Sehkraft nicht beeinträchtigt sein; schwerere Fälle können jedoch eine verminderte Sehkraft bis hin zu völliger Erblindung zeigen.
Schwere Fälle werden normalerweise bereits im Welpenalter vorgestellt; leichtere Fälle können zu jedem Lebenszeitpunkt als Zufallsdiagnose festgestellt werden.
Betroffene Welpen zeigen von Anfang an eine verringerte Sehkraft bis hin zur Erblindung. Die Erkrankung schreitet normalerweise nicht fort. Schwerere Kolobome (Spaltung der Iris) können später jedoch zu einer Netzhautablösung führen.
Die Diagnose erfolgt mittels Ophthalmoskopie, mittels derer die charakteristischen Veränderungen im Augenhintergrund festgestellt werden können. Bei erkrankten Hunden sind normalerweise beide Augen betroffen; allerdings kann der Schweregrad der Erkrankung zwischen den beiden Augen unterschiedlich sein. CEA kann jedoch auch mittels Gentest nachgewiesen werden.
Eine Heilung ist nicht möglich. Ein Fortschreiten der Erkrankung ist bei Hunden mit geringgradiger CEA nicht zu erwarten.
Die Collie Eye Anomaly scheint durch mehrere Loci kontrolliert zu werden (polygener Erbgang).
Es gibt drei Möglichkeiten bezüglich des Vorhandenseins der Krankheit.
Hunde mit zwei gesunden Allelen werden als frei bezeichnet. Diese können diese Krankheit auch nicht entwickeln.
Dann gibt es Hunde mit einem freien und einem veränderten Allel. Diese Hunde werden als Träger bezeichnet. Sie selber werden nicht an der Krankheit erkranken, können jedoch die Krankheit an ihre Nachzucht weiter vererben.
Die dritte Form ist das Vorhandensein zweier veränderter Allele. Diese Hunde sind erkrankt und werden immer die Krankheit/das Allel an ihre Nachzucht weitergeben.
Daher halte ich es für unabdingbar Zuchthunde auf diese Krankheit zu untersuchen (so sollten sie nicht aus zwei für frei ausgewerteten Elterntieren stammen).

Ceroid-Lipofuszinose (CL oder NCL)

Ceroid-Lipofuszinose (CL) ist eine Erbkrankheit, welche Körperzellen, insbesondere Nervenzellen schädigt. Auch Neuronalen Ceroid-Lipofuszinose (NCL) ist unheilbar und verläuft immer tödlich.
CL wird autosomal rezessiv vererbt und führt zur kontinuierlichen Einlagerung vom Ceroid und Lipofuszin in den Nervenzellen. Durch die Einlagerung der Substanzen wird die Funktion der Nervenzellen beeinträchtigt, was zu einer fortschreitenden Zerstörung des Nervensystems und dem entsprechenden neurologischen Symptomen führt.
Die Symptome ergeben sich aus dem Funktionsverlust des Nervensystems. Es kommt dabei zu funktionellen Ausfällen wie Ataxie, aber auch zu Veränderungen der Persönlichkeit wie etwa unsicherem Verhalten in vertrauter Umgebung, Demenz, Aggressivität, Desorientierung und Verlust der Stubenreinheit. Die Symptome verschlimmern sich mit der Zeit.

Für den Border Collie gibt es einen Gentest auf CL.

Trapped Neutrophil Syndrome (TNS)

TNS ist eine erbliche Erkrankung, bei der das Knochenmark weiße Blutkörperchen produziert, jedoch nicht in der Lage ist, sie an den Blutkreislauf abzugeben.
Betroffene Welpen haben ein geschwächtes Immunsystem und sterben letztendlich an einer Infektion, die sie nicht bekämpfen können. Man geht davon aus, dass TNS aus verschiedenen Gründen häufig unerkannt bleibt, weil es eine Autoimmun- Erkrankung ist. Die Welpen zeigen eine Vielzahl von Symptomen, je nach Infektion, der sie zum Opfer gefallen sind. Da bislang nur wenige Tierärzte von dieser Krankheit wissen, fällt der Verdacht nur in sehr seltenen Fällen auf TNS.
Die meisten Welpen erkranken, noch bevor sie den Züchter verlassen an einer Infektion. Aber es gibt auch Welpen die erst später Symptome haben bzw. sich nach dem sie den Züchter verlassen haben eine Infektion einholen an der sie letzten Endes sterben. Der älteste bekannte Überlebende war zwei Jahre und 8 Monate. Die meisten betroffenen Welpen sterben oder werden im Alter von ca. 4 Monaten eingeschläfert.
Welpen, die erkrankt sind, sind extrem klein, wachsen langsamer und erscheinen Frettchen ähnlich.
Die Krankheit vererbt sich rezessiv. Selbst wenn beide Elterntiere nach außen einen gesunden Eindruck erwecken können sie Träger dieser Krankheit sein und somit erkrankte Welpen zeugen. Aus diesem Grund ist es wichtig die Elterntiere auf diese Krankheit per Gentest untersuchen zu lassen.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2008 waren 20% (also jeder 5.) der getesteten deutschen Border Collies Träger dieser Krankheit.


Progressive Retinaatrophie (PRA)

Bei der progressiven Retinaatrophie handelt es sich um ein langsam fortschreitendes Absterben der Netzhaut, dies ist eine erbliche, progressive (stufenweise fortschreitende) Erkrankung die letztlich zur Erblindung beider Augen führt. Die degenerativen Prozesse beginnen im Bereich der Photorezeptoren, im Verlauf der Erkrankung wird die gesamte Netzhaut mit einbezogen.
Die Ursache liegt hierbei in einem autosomal-rezessiv vererbten Gendefekts.
Bis heute gibt es keinerlei Medikamente oder operative Maßnahmen, um die PRA zu heilen. Hunde, die an der PRA erkranken, erblinden fast immer.
Für PRA gibt es leider keinen Gentest explizit für den Border Collie. Es gibt die Möglichkeit den Gentest für den Collie machen zu lassen, wobei hier die Aussagefähigkeit zweifelhaft ist, da der Test auf Collies ausgelegt ist.
Daher ist es wichtig den Border Collie regelmäßig bei einem DOK-anerkannten Augenarzt vorzustellen und untersuchen zu lassen.

Katarakt (Grauer Star)

Als Katarakt wird jegliche Trübung der Linse (Auge) bezeichnet.
Im Allgemeinen kommt die Trübung der Linse durch eine erhöhte Wasseraufnahme mit Aufquellen der dicht angeordneten Linsenfasern zustande. Die Quellung der Linsenfasern bewirkt den Verlust der Anordnung innerhalb der Linse und somit auch den Verlust ihrer Transparenz. Im Spätstadium kann es zur Abnahme des Wassergehaltes (Dehydratation) kommen, was jedoch die Durchsichtigkeit der Linse nicht wiederherstellt. Ursachen für die vermehrte Wasseraufnahme der Linse und somit die Ausbildung einer Katarakt sind angeborene Missbildungen, erbliche Gendefekte, Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus), Toxine, physikalische Einwirkungen (z.B. durch Strahlung). Ebenso können Verletzungen und Entzündungen des vorderen Auges sowie auch erbliche Erkrankungen (z.B. progressive Retinaatrophie (PRA)) und Entzündungen der Netzhaut im hinteren Augenabschnitt zur Linsentrübung führen.
Bei einer Trübung vor der 6.-8. Lebenswoche spricht man von einem kongenitalen (angeborenen) Katarakt. Juvenile Trübungen treten nach der 8. Lebenswoche, meist zwischen dem 1. und 5. Lebensjahr auf. Bei älteren Tieren beobachtet man den senilen Katarakt.
Der vererbte ( hereditäre ) Katarakt ist jedoch die häufigste Ursache für Katarakte.
Kat. vererbt sich autosomal rezessiv. Die vererbte Form tritt meist beidseitig auf und schreitet mit zunehmendem Alter fort. In den meisten Fällen kommt es bereits im jugendlichen Alter (unter 6 Jahren) zur Ausprägung der Linsentrübung. Zunächst verfärbt sich die Linse bläulich-weiß, im Endstadium ist sie schneeweiß.
In der Regel ist der graue Star für das betroffene Tier nicht schmerzhaft, jedoch erblinden fast alle erkrankten Hunde in zunehmendem Alter. Die Folgeerscheinungen wie z.B. die Uveitis (Irisentzündung) mit der Linsenluxation und dem sich anschließenden Glaukom (grüner Star) und dem daraus resultierenden erhöhten Augeninnendruck führen zu starken Schmerzen für das Tier.
Das fortscheiten des grauen Stars kann nicht mit Medikamenten beseitigt oder aufgehalten werden. So bleibt als einzige mögliche Therapie die operative Entfernung der Linse.
Katarakt muss nicht genetisch bedingt sein aber die meisten Katerakterkrankungen sind auf genetische Disposition zurückzuführen.
Katarakt kann nur von einem speziell dafür ausgebildeten und ausgerüsteten Facharzt des Dortmunder Kreises (DOK) erkannt- oder ausgeschlossen werden. Für den Border Collie ist diese Augenuntersuchung routinemäßig in der 6.-8. Lebenswoche vorgesehen, das ist der günstigste Zeitpunkt, um Katarakt zu entdecken. Und sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Glaukom

Das Glaukom (Grüner Star) bezeichnet eine Vielzahl von Augenerkrankungen mit unterschiedlicher Ursache, die alle einen Verlust von Nervenfasern zur Folge haben, was am Sehnervenkopf bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf als zunehmende Aushöhlung sichtbar wird. Als Folge entstehen charakteristische Ausfälle des Gesichtsfeldes und im Extremfall eine Erblindung des Auges. Als wichtigster Risikofaktor wird ein zu hoher Augeninnendruck angesehen.
Als ein Entstehungsmechanismus des Glaukoms wird ein Missverhältnis von Augeninnendruck und Durchblutung der Sehnerven angesehen: Bei hohem Blutdruck innerhalb der Gefäße des Sehnervenkopfes kann ein hoher Augeninnendruck toleriert werden, bei niedrigem Durchblutungsdruck kann bereits ein niedriger Augeninnendruck zum Fortschreiten eines Glaukoms führen. Besonders ungünstig ist die Verbindung aus hohem Augeninnendruck und niedrigem Blutdruck im Sehnervenkopf. Da sowohl Augeninnendruck als auch Perfusionsdruck schwanken können, ist sowohl der absolute Wert beider Parameter als auch die Dauer von Phasen ungünstiger Druckverhältnisse von Bedeutung.
Die Schädigung des Sehnervs beim Glaukom, sichtbar an einer charakteristischen Aushöhlung des Sehnervenkopfes, betrifft zuerst die Nervenfasern der mittleren Netzhautperipherie und schreitet langsam zum Zentrum hin fort. Sind etwa 70 % der Nervenfasern betroffen, bilden sich bogenförmige Gesichtsfeldeinschränkungen im mittleren Gesichtsfeld aus, die selbst im fortgeschrittenen Stadium oft nicht wahrgenommen werden.
Der Augendruck (Tensio) wird anhand der Kraft gemessen, die für eine definierte mechanische Abplattung der – zuvor medikamentös betäubten – Hornhaut erforderlich ist. Da die Hornhautdicke einen Einfluss auf die gemessenen Druckwerte hat, bietet sich eine zusätzliche Messung der Hornhautdicke an. Über den Tagesverlauf schwankende Druckwerte können durch mehrere, über den Tag verteilte Messungen (Tagesdruckprofil) ermittelt werden.
Zur Klassifikation eines Glaukoms ist zudem eine Untersuchung des vorderen Augenabschnitts mit der Spaltlampe notwendig auf Ablagerungen von Pigment auf der Hornhautrückfläche oder pathologischen Eiweißes auf der Linse oder dem Irissaum, eine Untersuchung auf neugebildete Irisgefäße, Hornhaut-Trübungen und Pigmentdefekten in der Iris. Ferner kann mit Hilfe eine Gonioskopie die Weite und Morphologie (Anomalien) des Kammerwinkels beurteilt werden.
Glaukome können nur von einem speziell dafür ausgebildeten und ausgerüsteten Facharzt des Dortmunder Kreises (DOK) erkannt- oder ausgeschlossen werden. Für den Border Collie ist diese Augenuntersuchung routinemäßig in der 6.-8. Lebenswoche vorgesehen. Und sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

 

Meine Hunde wie auch die Welpen werden gebarft.

Wer gerne mehr zu dieser Art der Ernährung wissen möchte, findet hier viele Informationen dazu. Unter anderem unseren Weg zum Barfen, was man beachten sollte, was man füttern kann und darf und auch einiges zur Ernährung mit industriellem Hundefutter.

 

B.a.r.F. (Biologisch artgerechtes rohes Futter)



Wie sind wir zum barfen gekommen? Kurz gesagt durch Sirius. Bevor er einzog hatten ich mich natürlich bereits über die Fütterung von Hunden schlau gemacht und für mich stand fest mein Hund(e) soll ein gutes Trockenfutter bekommen.

Da Sirius Züchterin zudem auch Tierheilpraktikerin ist (und in ihrer Berufserfahrung bereits einige Erfahrungen mit Fertigfutter sammeln konnte) habe ich mich dort auch noch ein wenig über die einzelnen Futtersorten aufklären lassen. Zudem haben ich bei ihr das erste Mal von Barf überhaupt gehört. Sie selber ist überzeugter Barfer. Ich fand die Vorstellung damals nur ekelig.

 

Nun ja, der Tag als Sirius bei mir einzog kam. Und ein langer Monat des Testens war die Folge. Sirius wollte einfach kein Trockenfutter fressen. Also habe ich nach einem guten Nassfutter gesucht. Aber auch das wollte er nicht anrühren. Beides gemischt schon mal gar nicht. Er hat sich 4 Wochen nur von Leckerchen und Kauknochen ernährt. Das konnte es ja wohl nicht sein.

 

 

Also haben ich mich an den PC gesetzt und alles was ich zum Thema Barf finden konnte ausgedruckt. Durch einen glücklichen Zufall haben ich keine 5 km von meinem damaligen Wohnort auch noch einen Fachhandel für Rohfütterung gefunden. Da Sirius ja irgendwann mal vernünftig fressen sollte, wollte ich diese Methode der Fütterung wenigstens einmal ausprobieren. Und siehe da, Sirius frisst seither mit Genuss.

Seitdem habe ich mich weiter in dieses Thema eingelesen. In meinen Anfängen war ich oftmals verunsichert und habe während der Zubereitung immer noch mal nachgelesen ob ich auch nichts vergesse. Aber bereits nach einiger Zeit des barfens, ist alles so in Fleisch und Blut über gegangen, dass ich meine anfängliche Sorge, dem Hund könnte irgendetwas fehlen, überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann. Ich bin sicherlich kein Pedant was das barfen angeht. Ich wiege also nicht jedes Milligramm ab. Denn beim barfen geht es nicht darum jeden Tag ausgewogen zu füttern sondern über einen Zeitraum von etwa vier Wochen ausgewogen zu füttern. Auch gibt es bei mir ab und zu auch mal Trockenfutter, meist als Leckerchen zwischendurch oder auf Reisen auf denen ich kein rohes Fleisch mitnehmen kann. Seitdem die Hauptfütterung aus Barf besteht nimmt Sirius sogar Trockenfutter über kurze Zeiträume an.

Wie ich fütter/Was ist zu beachten?

Ein ausgewachsener Hund benötigt etwa 2% seines Körpergewichts an Futter, das auf 1-2 Mahlzeiten aufgeteilt werden kann. Darin enthalten ist Fleisch, Obst und Gemüse und, wenn man nicht auf das Getreide verzichten möchte, auch Getreide. Ich fütter in der Regel ohne Getreide. Die Zusammensetzung des Futters besteht aus ca. 3/4 Fleisch und Knochen sowie 1/4 Obst und Gemüse. Als ungefähre Richtlinie für Anfänger sollten ca. 4 Mahlzeiten die Woche aus fleischigen Knochen bestehen (sprich mehr Fleisch als Knochen, damit ausreichend Magensäfte produziert werden um die Knochen verdauen zu können). Die genaue Futtermenge ist jedoch von Tier zu Tier unterschiedlich und kann auch aufgrund von Aktivität und „sportlicher Belastung“ stark variieren. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl kann man jedoch recht schnell die richtige Menge an Futter bestimmen. Das Fleisch sollte wenn möglich aus ganzen Stücken bestehen (also nicht gewolft sein).

Einige Vorteile die aus der Verfütterung von großen Fleischtücken resultieren sind unter anderem:

- Die Hunde können nicht mehr schlingen da die Fleischstücke zu groß sind
- Die Hunde reinigen ihre Zähne durch das intensive kauen der Fleischstücke, daraus resultiert eine geringere Zahnsteinbildung
- Die Kaumuskulatur wird gestärkt

Einmal die Woche kann ein fleischloser-/Fastentag eingelegt werden. Knochen sollten niemals gekocht, gedünstet, gegrillt oder gebraten gefüttert werden. Diese Knochen splittern leicht und können schwere Verletzungen verursachen, zudem sind sie dann unverdaulich für die Hunde.

Als Fleisch eignet sich:
- Rind
- Geflügel (Hühnchen, Pute…)
- Wild
- Kaninchen
- Lamm

Achtung: Schwein (auch Wildschwein) sollte nicht gefüttert werden, da es die Gefahr des aujeszkyschen Virus birgt. Dieser ist tödlich für Hunde. Wenn man dennoch unbedingt Schweinefleisch füttern möchte, dann bitte gut abgekocht, wobei dabei die meisten Nährstoffe verloren gehen. Innereien sind ein sehr wertvoller Bestandteil in der Rohfütterung. Grüner (ungewaschener) Pansen ist zudem auch sehr wertvoll an Nährstoffen. Zudem kenne ich keinen Hund, der keinen Pansen mag. Innereien wie Leber oder Nieren sollten jedoch nicht zu häufig auf dem Speiseplan stehen (maximal 1 Mal die Woche), da sie der Entgiftung der Futtertiere dienten. Herz zählt nicht zu den Innereien, da es aus reinem Muskelfleisch besteht. Dies macht es sehr zäh und ist somit bestens zur Zahnreinigung geeignet. Fell und Flaum sollten, wenn möglich, mit gefüttert werden, da es die Darmreinigung unterstützt.

Das Gemüse/Obst sollte immer in pürierter Form gefüttert werden, da der Hund nicht in der Lage ist, die Zellwände aufzubrechen und somit keine Chance hat, die wichtigen Vitamine aufzuschlüsseln. Zudem sollte das Gemüse roh püriert werden, da es beim Kochen oder Dünsten die meisten Nährstoffe und Vitamine verliert. Als pflanzliche Bestandteile sind leider recht wenige Gemüsesorten geeignet. Auf alle Kohlsorten sollte verzichtet werden, da sie Blähungen verursachen. Dasselbe gilt auch für Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen), Nachtschattengewächse (z.B. Tomaten oder Paprika) sowie Zwiebelgewächse. Sie können toxisch für Hunde sein. Die Gabe von Knoblauch ist unter Barfern recht umstritten. Einige schwören darauf und sind der Überzeugung, dass es gut als Zeckenschutz ist. Ich jedoch füttere es nicht, da es zur Gruppe der Zwiebelgewächse gehört.

Was sich jedoch gut eignet sind:
- Alle Blattsalate vor allem grüner Blattsalat
- Möhren/Karotten
- Gurken
- Fenchel
- Kürbis
- Sellerie

Besonders wertvoll ist grünes Gemüse. Als Obst eignet sich jede Obstsorte, einzige Ausnahme sind hier Zitrusfrüchte. Auch beim Obst wird oftmals diskutiert ob man Trauben oder Rosinen füttern darf/sollte. Trauben (oder auch die getrocknete Form Rosinen) sind toxisch für Hunde ab welcher Menge ist jedoch von Hund zu Hund unterschiedlich. In meinen Anfängen hat Sirius einmal im Monat 3-4 Rosinen bekommen. Seit dem ich aber gelesen habe, dass diese tödlich sein können verzichte ich darauf. Es gibt wasserlösliche Vitamine und Vitamine die nur fettlöslich sind. Aus diesem Grund sollte das Obst und Gemüse immer mit ca. einem Teelöffel Öl gegeben werden. Die Öle sollten zudem immer wieder gewechselt werden.

In meinem Schrank sind deshalb folgende Ölsorten zu finden:
- Distelöl (besonders gut für das Fell)
- Olivenöl (besonders reich an ungesättigten Fettsäuren)
- Lachsöl
- Schwarzkümmelöl
- Lein(samen)öl (besonders reich an Omega-3-Fettsäuren)
- Rapsöl (besonders reich an Omega-3-Fettsäuren)

Nachtkerzenöl ist auch geeignet. Dies ist jedoch aufgrund des Preises bei mir nur selten im Futter. Zudem habe ich auch Dorschlebertran, der besonders im nasskalten Wetter zum Einsatz kommt, da er die Abwehrkräfte stärkt.

Neben Fleisch kann auch einmal die Woche frischer Fisch gefüttert werden. Vor allem Tiefseefische sind gesund für Hunde. Fische können ganz verfüttert werden (also auch Kopf, Flossen und Gräten). Für die Gräten gilt dasselbe wie bei Knochen, sie sollten weder gekocht, gebraten, gegrillt oder gedünstet werden.

Zudem füttere ich auch Quark, Jogurt und Käse (vor allem Hüttenkäse und Schafskäse). An fleischfreien Tagen mache ich für die Hunde schon mal einen Obstjogurt (verschiedene Obstsorten pürieren und einen Schuss Honig dazugeben. Diesen Brei vermengen ich dann mit Naturjogurt). Ab und zu gibt es auch rohe Eier mit unters Futter. Die Schale sollte wenn möglich mit gefüttert werden. Das ist wichtig, besonders wenn man nicht so viel Knochen füttert. Wird die Eischale nicht mit gefressen, kann man sie mit in den Mixer legen und zerkleinert im Gemüse mit füttern. Eine andere Möglichkeit ist es die Eischalen zu trocknen und sie anschließend zu einem Pulver zu zerkleinern. Dieses Pulver kann man dann wiederum über das Essen streuen. Nüsse und getrocknete Kräuter (Käutermischungen gibt es im Handel) bereichern zusätzlich den Futterplan. Fleisch und Gemüsebrei kann ohne Bedenken in einer Mahlzeit verfüttert werden. Jedoch sollten niemals Fleisch und Getreide zusammen verfüttert werden. Zwischen einer Fleischmahlzeit und einer Getreidemahlzeit sollten immer mindestens 6 Stunden liegen, da der Hund zum Verdauen des Getreides wesentlich mehr Zeit benötigt als zum Verdauen des Fleisches.

Bei einer abwechslungsreichen Fütterung sind zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe nicht nötig. Es können jedoch, je nach Bedarf, Kuren gemacht werden, z.B. zur Entgiftung, falls der Hund mal Aas fressen sollte. Diese sollten jedoch mit einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker vorher besprochen werden.

Was kostet barfen?

Im Allgemeinen kann man sagen, dass Barfen genauso teuer ist wie das Verfüttern von einem hochwertigen Industriefutter. Je nach dem woher man das Fleisch bezieht und vor allem in welcher Qualität, gibt es natürlich auch hier eine große Preisspanne. Ich zahle für zwei Hunde etwa 60-70 € im Monat. Wobei das teuerste am Barfen das Obst und Gemüse sowie die verschiedenen Ölsorten sind. Je ausgefallener, umso teurer ist es auch.

Hier noch etwas zur Futtermittelindustrie:

Wie bereits gesagt, habe ich mich in den letzten Jahren immer mal wieder intensiv mit dem Thema Ernährung befasst und habe festgestellt, dass das Barfen die für mich beste Art der Ernährung ist. Leider habe ich viel Negatives über Industriefutter gelesen so, dass mich der Gedanke, meine Hunde ausschließlich mit Trockenfutter zu ernähren, stark zweifelt lässt.
Fangen wir mal bei dem äußeren Eindruck an. Wenn ich in den Napf meiner Hunde schaue, kann ich genau erkennen was sie da fressen. Ich kann eindeutig sagen das ist ein Stück Fleisch, das ist Gemüsebrei, das sind Kartoffeln…
Nehme ich mir jetzt ein Stückchen Trockenfutter kann ich das leider nicht. Das einzige was ich dazu sagen kann ist, dass es ein braunes (rotes, …) Stück gepresstes irgendwas ist. Auch im Nassfutter kann ich die einzelnen Bestandteile gar nicht oder nur mit Phantasie und raten erkennen.
Auf der anderen Seite haben wir die einzelnen Inhaltsstoffe. Nehmen wir als erstes mal die tierischen Nebenerzeugnisse. Tierische Nebenerzeugnisse sind nichts anderes als Körperteile die der Mensch nicht essen würde und auch oftmals nicht der Hund wie z.B. Hufe, Federn, Hörner, Fette, Schnäbel, Füße, Krallen oder Knochen.
Natürlich verfüttern Barfer auch Knochen, Fett oder Federn. Aber in einer anderen Relation. Auf die Idee meinen Hunden Hufe als Vollmahlzeit vorzusetzen, bin ich bislang noch nie gekommen.
Zudem wird das Ganze mehrere Stunden gekocht, um darin enthaltenen Schadstoffe abzutöten. Anschließend wird es dann zu Mehl verarbeitet um es besser verarbeiten zu können. Dieses Tiermehl ist dann der tierische Anteil im Futter unserer Lieblinge. Der Rest besteht aus, ich nenne sie mal Füllstoffe, die für einen Karnivoren meist nur schwer bis gar nicht verdaulich sind. Zudem werden Stoffe hinzugefügt, die den Kot bräunlich färben (was den Menschen denken lässt, dass es eine gesunde Ernährung ist) und das Futter länger im Darm hält, damit der Hund überhaupt in der Lage ist festen Kot zu bilden.
Hinter Inhaltsstoffen wie z.B. Zellulose verbirgt sich letztendlich nichts anderes als Sägespäne oder ähnliche pflanzliche Bestandteile. Sie ist nicht verdaulich. Und was sie nutzen soll, weiß ich nicht. Sie macht jedoch die Verarbeitung und das Portionieren des Futters einfacher und streckt dieses oftmals nur.
Wichtig für viele Käufer eines Industriefutters ist der Rohproteingehalt. Der Stickstoff im Rohprotein resultiert zu einem großen Teil aus der Verarbeitung von Hufen, Hörnern oder Schnäbeln. Nach der deutschen Gesetzgebung ist es möglich, dass alle Inhaltsstoffe die weniger als 4% der Gesamtmenge ausmachen, nicht deklariert werden müssen. Sprich nur weil es nicht auf der Verpackung steht, bedeutet das nicht, dass es nicht doch im Futter enthalten ist.
Dazu gehören auch die Konservierungsstoffe. Sie stehen meist nicht auf der Verpackung, aber wie sonst ist es möglich, ein Futtermittel ein Jahr oder länger haltbar zu machen? Menschliche Lebensmittel sind nur einige wenige Tage haltbar, wie schafft es also die Tierindustrie? Konservierungsstoffe können die Bildung von weißen Blutkörperchen behindern, erhöhen das Krebsrisiko, schwächen das Immunsystem oder verhindern die Aufnahme von Glukose in den Blutkreislauf.
Wichtige Omega-3-Fettsäuren fehlen im Fertigfutter gänzlich, da es nicht möglich ist diese haltbar zu machen, auch nicht mit Konservierungsstoffen. Trotzdem stehen sie auf der Verpackung drauf, was daraus resultiert, dass sie künstlich hinzugefügt wurden. Aber bis das Futter beim Verbraucher angekommen ist, kann dieses nicht mehr vom Hund verwertet werden, da es ja nicht haltbar gemacht werden kann.
Auch ist es nach der deutschen Gesetzgebung erlaubt, dass die Industrie „keine Zusatzstoffe“ aufdrucken darf, wenn sie nicht selber etwas hinzufügen. Das bedeutet, dass sie bereits künstlich angereicherte Bestandteile einkaufen und so auf ihrer Verpackung stehen haben „ohne Zusatzstoffe“.
Auch wird man nur in den seltensten Fällen den Zusatzstoff Salz auf einer Verpackung finden können. Salz ist jedoch ein Lockstoff und erhöht die Akzeptanz beim Tier. Auch Salz muss nicht künstlich zugefügt werden sondern kann aus der Verwendung von tierischem Urin (der mit unter die tierischen Nebenprodukte fällt) dem Futter hinzugefügt werden.
Jedes Trockenfutter besteht mindestens aus 40 % Getreide da sie sonst ihre in Form gepresste Struktur nicht beibehalten könnten. Aus diesem Grund steht das Getreide leider auch meist an erster Stelle der Zusammensetzung. Sollte es nicht an erster Stelle stehen, liegt dies allein daran, dass die Getreidesorten einzeln aufgeführt werden, so dass die Gesamtmenge an Fleisch/Tierischen Nebenerzeugnissen größer ist als die einzeln aufgeführten Getreidesorten.
Dass Getreide den Hauptbestandteil des Futters für einen Fleischfresser ausmacht, finde ich sehr zweifelhaft, da der Magen und die Verdauungssäfte nicht für die Aufschlüsselung von Getreide ausgelegt ist. Zudem werden die Magensäfte beim Hund erst produziert, wenn der Schlüsselreiz Fleisch erfolgt. Dies ist natürlich nur schwer möglich wenn kaum Fleisch im Futter enthalten ist. Deshalb wird der größte Teil auch nur angedaut und kaum verwertet wieder ausgeschieden. An dieser Stelle möchte ich gerne Susanne (Sirius Züchterin) zitieren, die dies wie ich finde mehr als passend wie folgt beschreibt:
„Barf macht den Fleischfresser Hund nicht zu einem Getreidefresser, wie es durch die meisten Industriefutter geschieht. Das äußert sich z.B. in geringen und gut geformten Kotmengen, da der Hund die meisten Inhaltsstoffe der Rohernährung sehr gut verwerten kann. Sollte ihr Hund genauso große Haufen produzieren, wie er gefressen hat, so spricht das nicht für das Futter.“

In den meisten Fällen stinken „Trockenfutterhäufchen“ um ein vielfaches mehr als die eines mit frischem Fleisch gefütterten Hundes. Ich will keinesfalls das Industriefutter schlecht reden sondern nur einen kleinen Denkanstoß bieten. Zudem möchte ich keinem meine Meinung aufdrängen, dass nur ein mit rohem Fleisch ernährter Hund ein gesunder und glücklicher Hund ist. Jeder sollte seinen Hund so ernähren, wie er es möchte, nur wäre es schön, wenn jeder sich ein wenig mit der Fütterung seiner Hunde auseinander setzt.

   
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